Kommunales Vernetzungstreffen zu Kinder- und Jugendbeteiligung in Mannheim

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Pressemitteilung: Kinder und Jugendliche gehören zu einer lebendigen Stadtgesellschaft. Sie sollen sich aktiv an den gesellschaftlichen und politischen Diskursen und Entscheidungen beteiligen. Dabei sollen sie gefördert, begleitet und ihnen Wege aufgezeigt werden.

Die aktuellen Entwicklungen der Kinder- und Jugendbeteiligung in Mannheim standen im Mittelpunkt des kommunalen Vernetzungstreffens, das am 22. Juni 2016 im Jugendkulturzentrum Forum stattfand. Über 50 Politiker*innen sowie Multiplikator*innen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit trafen sich, um gemeinsam über die neuen Angebote der Kinder- und Jugendbeteiligung in Mannheim zu diskutieren.

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auf kommunaler Ebene steht in Mannheim längst auf der Agenda und ist spätestens seit der Änderung der baden- württembergischen Kommunalverfassung im November 2015 auch ein gesetzlicher Auftrag.

Seit 2008 haben die Stadt Mannheim und der Stadtjugendring Mannheim e.V., gemeinsam mit vielen Kindern und Jugendlichen ein neues Beteiligungsmodell entwickelt und erprobt. Seit 2012 gibt es das 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro , das die verschiedenen Formate des Beteiligungsmodells durchführt.

Zu Beginn des Kommunalen Vernetzungstreffens wurde zunächst ein Rückblick über die Ereignisse seit 2008 gegeben. Daran anschließend wurden die neuen Beteiligungsangebote vorgestellt. 68DEINS! Kinder- und Jugendbeteiligung in Mannheim besteht mittlerweile aus fünf verschiedenen Formaten: Auf den regelmäßig stattfindenden Stadtteilversammlungen treffen sich junge Bewohner*innen des jeweiligen Stadtteils, Mitglieder des Bezirksbeirates und des Gemeinderates, Vertreter*innen aus der Verwaltung und dem Vereinsleben und andere interessierte Erwachsene, um über die Probleme und Anliegen der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil zu sprechen und daraus resultierende Vereinbarungen zu treffen.
Die alle zwei Jahre im Wechsel stattfindenden Kindergipfel und Jugendgipfel ergänzen die stadtteilbezogenen Kinder- und Jugendversammlungen.

Der zweite Jugendgipfel wird im Herbst 2017 stattfinden. Hier wird danach gefragt, wie Jugendliche Mannheim erleben, was ihnen gefällt, was nicht und was sich verändern soll. Die Jugendlichen werden sich diesen Fragen in verschiedenen Workshops annähern und im Anschluss an den Jugendgipfel ihre Ergebnisse öffentlichkeitswirksam präsentieren.
Der zweite Kindergipfel findet im Jahr 2019 statt. Kindergruppen aus allen Mannheimer Stadtteilen kommen hier zusammen, um zu Beginn mit Mitgliedern des Gemeinderates über stadtteilübergreifende und stadtweite Themen zu diskutieren. Anschließend können sie an Stadtteiltischen mit den Erwachsenen konkrete Anliegen besprechen und Kindergipfelverträge abschließen.
Seit 2015 gibt es in Mannheim auch einen Jugendbeirat. Hier kommen Kinder und Jugendliche aus den Verbänden des Stadtjugendrings, dem Schulbeirat, der Parteijugendorganisationen und der offenen Jugendarbeit zusammen, um die Beteiligung junger Menschen in Mannheim weiter voran zu bringen und konkret zu kinder- und jugendrelevanten Themen zu arbeiten. Der Beirat soll als Expertengremium für 68DEINS! und die Politik dienen. Außerdem verwaltet der Jugendbeirat ein eigenes Budget des Bundesprogramms „Demokratie leben“.
Des Weiteren wird noch in diesem Jahr das 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro personell verstärkt, um die Interessenvertretung von Schüler*innen zu unterstützen und zu stärken. Mannheimer Schüler*innen sollen über Rechte, Strukturen und Beteiligungsmöglichkeiten im schulischen Kontext aufgeklärt werden. Auch ein tragfähiges Netzwerk innerhalb der Mannheimer Schülerschaft und bestehenden Gremien und Einrichtungen soll entstehen.

Neben der Vorstellung dieser Formate, war der Austausch zwischen den verschiedenen Akteur*innen ein zentrales Anliegen des kommunalen Vernetzungstreffens. In Kleingruppen sowie einer sich anschließenden Fishbowl-Diskussion wurden die aktuellen Entwicklungen diskutiert, die verschiedenen Rollen der Teilnehmenden im Beteiligungsprozess reflektiert sowie Veränderungsmöglichkeiten und Bedarfe besprochen.

Es wurde deutlich, dass Beteiligung von Kinder- und Jugendlichen eine Aufgabe ist, die vor allem dann gelingt, wenn alle Akteur*innen aus Politik, Verwaltung sowie Multiplikator*innen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit kontinuierlich zusammenarbeiten. Zentral dabei ist die Frage, inwieweit der Informationsfluss und die Kommunikation unter den verschiedenen Akteur*innen verbessert werden kann.
Mit dem kommunalen Vernetzungstreffen ist es gelungen, eine Bestandsaufnahme zur derzeitigen Situation der Kinder- und Jugendbeteiligung zu erörtern, verschiedenen Akteur*innen im Feld miteinander zu vernetzen und viele Anregungen zu sammeln, wie sich das Modell der Kinder- und Jugendbeteiligung in Mannheim weiter entwickeln kann.