Austausch mit Kindern und Jugendlichen zu ihrer Situation während der Corona-Pandemie

Oberbürgermeister und Jugendbürgermeister im Dialog mit jungen Mannheimer*innen zu ihrer Situation während der Corona-Pandemie

Junge Menschen sind von den Maßnahmen zur Virus-Eindämmung und den damit verbundenen sozialen Einschränkungen besonders stark betroffen. Soziales Miteinander und der direkte Kontakt zu Freunden sind seit Monaten eingeschränkt. Der Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und der Mannheimer Bürgermeister für Bildung, Jugend und Gesundheit, Dirk Grunert, hatten daher mit Unterstützung des Jugendbeirats Mannheim am Dienstagabend zu einem Online-Austausch eingeladen, bei dem es um die aktuellen Herausforderungen und Sorgen der Kinder und Jugendlichen in der Pandemie und ihre Erwartungen an die Zeit nach Corona ging. Zirka 60 Teilnehmer*innen aus Jugendverbänden, Jugendhäusern und -treffs oder aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe waren der Einladung zum Austausch gefolgt.

„Wir freuen uns sehr, dass so viele von euch das Angebot angenommen haben, mit uns in einen Austausch über eure Situation in der Corona-Pandemie zu kommen. In der öffentlichen Diskussion erfolgt meist der Fokus auf das Thema Schule. Nur selten wird die Situation in eurer Freizeit, mit euren Freund*innen, euren Hobbies oder wie es euch zu Hause geht mit Geschwistern und Eltern betrachtet. Ihr habt in den letzten 14 Monaten auf Vieles verzichten müssen und eure eigenen Interessen zurückgestellt, dafür gebührt euch großer Dank“, betonte der Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Kinder- und Jugendbürgermeister Dirk Grunert ergänzte: „Uns ist es wichtig mit euch darüber diskutieren, wie es euch geht, welche Anliegen und auch Ideen ihr habt. Wir wollen gemeinsam mit euch weitere Angebote für euch entwickeln, die wir trotz der Pandemie umsetzen können.“

Als besonders wichtige Anliegen benannten die Kinder und Jugendlichen die Themen Freizeit- und Sportangebote und wann diese wieder möglich sein werden, mehr Planbarkeit bei Schulöffnungen und -schließungen, einen gut begleiteten Neubeginn der Jugendarbeit nach der Pandemie sowie den Wunsch, die jetzt gesammelten Erfahrungen auch in der Zeit nach der Pandemie zu berücksichtigen.

Ein Wunsch der Jugendlichen war beispielsweise eine Social-Media-Plattform für Jugendliche, um nach der Pandemie auf die Angebote für diese Zielgruppe aufmerksam zu machen. Der Oberbürgermeister verwies darauf, dass seit der Corona-Pandemie die Digitalisierung mit entsprechenden Angeboten einen großen Schub erfahren habe und gleichzeitig die Nachfrage nach Informationen enorm gestiegen sei, was sich beispielsweise auch bei der Facebook-Seite der Stadt zeige. Er bat die Jugendverbände zu eruieren, wie stark eine solche Plattform von den Jugendlichen genutzt würde. Die Stadt habe sich bereits auf den Weg gemacht, viele Modellprojekte zu starten, nun müsse geprüft werden, ob weitere Möglichkeiten vor dem Hintergrund des zu erwartenden neuen Bundesgesetzes und den aktuellen Infektionszahlen noch möglich seien. Zum Thema Ausgangssperren und Bewegung oder Sport sagte er zu, dass die Stadt prüfe, ob es Chancen für Angebote im Freien geben könnte.

Zum Thema Schulschließungen, und dem Wechsel zwischen Fern- und Wechselunterricht erläuterte Bildungsbürgermeister Grunert, dass hier die Vorgaben von Land und Bund maßgeblich seien. Die Situation werde voraussichtlich bis zum Sommer Einschränkungen mit sich bringen. „Wir wollen nach der Verabschiedung des Bundesgesetzes am Donnertag schauen, welche Angebote, die euch wichtig sind, möglich sind, und ich bin optimistisch, dass sich bis zum Sommer das Leben für uns alle wieder bessert“, so Grunert. Während der Pandemie seien viele neue digitale Möglichkeiten, wie auch diese Online-Jugendkonferenz geschaffen worden, die auch nach der Pandemie – neben Präsenzangeboten – beibehalten werden sollten. Es habe sich gezeigt, dass Online-Formate mehr Teilnehmer*innen erreichten und oft eine geringere Hürde darstellten, in Kontakt zu treten, als zu einer Veranstaltung direkt hinzugehen und zudem Zeit und Reisen erspare.

Oberbürgermeister Dr. Kurz dankte den Jugendlichen für die sehr konstruktive Diskussion und die Form des Dialogs, der viele neue Impulse gebracht habe.

„Danke, dass wir unsere Wünsche, Ängste und Vorschläge einbringen durften. Ein solches Format würden wir uns noch öfters wünschen und natürlich, dass es ein Ende hat mit der Pandemie und wir wieder alle normal leben können“, bedankte sich eine Teilnehmerin in der Schlussrunde.

Die Vorbereitung und Organisation der Online-Konferenz hatte das 68DEINS! Kinder und Jugendbüro übernommen.

Hintergrund
Das 68DEINS! Kinder und Jugendbüro ist zuständig für die politische und gesellschaftliche Beteiligung junger Mannheimer*innen. Mit Hilfe verschiedener Formate werden Kinder und Jugendliche in ihrem Recht auf Beteiligung und demokratische Mitwirkung unterstützt. 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro Mannheim befindet sich in der Trägerschaft des Stadtjugendring Mannheim e.V. sowie der Stadt Mannheim, Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt und Fachbereich Demokratie und Strategie.