Wenn Ressourcen knapper werden und gesellschaftliche Herausforderungen zunehmen, braucht es umso mehr Räume, in denen Kinder und Jugendliche ihre Perspektiven einbringen und mitgestalten können.
Wie können Kinder und Jugendliche gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen, Krisen und Unsicherheiten aktiv mitgestalten und Beteiligung als wirksam erleben? Welche Rolle spielen Vereine, Verbände und andere Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit dabei, jungen Menschen Räume für Mitbestimmung, Engagement und demokratische Teilhabe zu eröffnen?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich unser Fachtag „Kinder- und Jugendbeteiligung in herausfordernden Zeiten“, zu dem wir euch herzlich einladen möchten. Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte und Ehrenamtliche, die Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag begleiten und Beteiligungsprozesse gestalten, sowie an Vertreter*innen der Verwaltung und Politik. Freut euch auf fachliche Impulse, interaktive Workshops, Praxisbeispiele und die Möglichkeit zum Austausch mit Kolleg*innen, Expert*innen und Entscheider*innen! 

                                                                                                                                                                                                             

Workshops:

Ob in der Sprache, der Architektur, in Institutionen oder Gesetzen: ein ungleiches Machtverhältnis von Erwachsenen gegenüber jüngeren Menschen zieht sich durch unser gesellschaftliches Zusammenleben und bestimmt unser alltägliches Miteinander. Das Wort für das Ganze? „Adultismus“.

Im Workshop nähern wir uns diesem Begriff praxisnah und mithilfe verschiedener interaktiver Methoden: Es wird gesammelt, Perspektiven werden gewechselt, beobachtet und hinterfragt. Dabei richten wir den Blick auf unser erlerntes Erwachsensein, auf verinnerlichte Denkmuster und beginnen gemeinsam, eine adultismuskritische Haltung zu entwickeln. Wie betrachten wir junge Menschen? Was können wir selbst als Erwachsene gegen Adultismus tun? Und welche Impulse können wir jungen Menschen mitgeben, um sie ebenfalls zu empowern? Wie können wir gemeinsam Adultismus begegnen?

Leitung: Larissa Probst  (Kulturvermittlerin, Theaterpädagogin, Dramaturgin)

Kinder- und Jugendbeteiligung ist weit mehr als eine gesetzliche Verpflichtung – sie ist ein wesentlicher Baustein einer zukunftsorientierten, demokratischen und bürgernahen Verwaltung. Doch wie kann es gelingen, ihre Bedeutung innerhalb der Verwaltung sichtbar zu machen und nachhaltig zu verankern?

In diesem Workshop setzen wir uns mit dem Mehrwert von Kinder- und Jugendbeteiligung für Verwaltung, Politik und Gesellschaft auseinander. Anhand von Praxisbeispielen, kollegialem Austausch und interaktiven Methoden werden wir erörtern, wie Beteiligung wirksam in Verwaltungsstrukturen verankert und der eigene Handlungsspielraum erweitern werden kann. Der Workshop bietet Raum für Reflexion, Erfahrungsaustausch und die Entwicklung neuer Perspektiven für eine wirkungsvolle Kinder- und Jugendbeteiligung.

 

Leitung: Florian Langer (Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg)

Wo liegt die goldene Mitte zwischen Diskussionen über ein Social Media Verbot und dem Erwerb von Medienkompetenzen in einerzunehmend digitalisierten Welt? Welchen Weg gehen Bildungsfachkräftezwischen all den Chancen und Risiken? Mit Best-Practice-Beispielen aus denunterschiedlichsten Bildungsprojekten, aktuellen Studienergebnissen und vorallem einer Menge Methoden zum selbst Ausprobieren finden wir gemeinsam Antworten auf Fragen rund um Bildschirmzeit, Algorithmen und Tricks sozialer Medien und verlassen den Workshop mit genügend medienpädagogischem Handwerkzeug und Ideen, um einen gesunden Umgang mit digitalen Medienkompetent zu betreuen.

Leitung: Max Seidel (Medienpädagoge und -psychologe)

Falsch- und Desinformation sind längst zu einer Herausforderung für demokratische Beteiligung geworden. Junge Menschen begegnen ihnen täglich in sozialen Medien und digitalen Kommunikationsräumen. Gleichzeitig beeinflussen Desinformation(skampagnen) zunehmend die alltägliche Arbeit von Kommunen und Verwaltungen.

Wie können Beteiligungsprozesse widerstandsfähig gestaltet werden? Wie lassen sich junge Menschen präventiv im Umgang mit Falsch- und Desinformation stärken? Woran lässt sich Desinformation erkennen und welche psychologischen Mechanismen machen sie überzeugend? Und wie können diese Erkenntnisse konkret in der Kinder- und Jugendbeteiligung sowie in der Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Verwaltung angewendet werden? Diesen Fragen widmet sich der Workshop praxisnah und interaktiv.

Leitung: Caroline Zielbauer (Trainerin und Moderatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung), Dr. Clara Christner (Kommunikationswissenschaftlerin und systemische Moderatorin)

 
In Zeiten von Kürzungen und steigendem Rechtsextremismus suchen viele Fachkräfte nach neuen Ansätzen in der Jugendarbeit. Könnte selbstverwaltende Jugendarbeit ein frischer Ansatz sein? Selbstverwaltung verspricht Partizipation, demokratische politische Bildung und eine Ausweitung der Öffnungszeiten. Doch welche Herausforderungen und Konflikte bringt sie mit sich? Und welches Handwerkszeug benötigen Fachkräfte, um mehr Selbstverwaltung zu wagen?
Im Workshop sprechen wir über die Herausforderungen für Fachkräfte, aber auch über die Chancen, die eine ergänzende selbstverwaltete Jugendarbeit bietet.
 
Leitung: Natalie Pfeiffer (Sozialarbeiterin, Mitarbeiterin im Jugendhaus am Bahnhof Nürtingen, Ehrenamtliche im selbstverwalteten Jugendhaus Leonberg e.V.)

Wer wird in unseren Angeboten eigentlich erreicht, und wer nicht? Diskriminierung entscheidet oft leise mit darüber, wer sich in der Kinder- und Jugendarbeit willkommen fühlt und wer nicht.
Im Workshop nähern wir uns diskriminierungssensiblen Perspektiven praxisnah und mit Raum für Austausch und eigene Erfahrungen. Wir schauen gemeinsam darauf, was Diskriminierung bedeutet und wie sie sich auf Kinder und Jugendliche auswirkt. Im Zentrum steht dabei die eigene Rolle: Welche Denkmuster und Routinen bringen wir selbst mit in unsere Arbeit, und wie können wir sie diskriminierungssensibel gestalten? Gemeinsam entwickeln wir erste Denkanstöße für den Arbeitsalltag in der Kinder- und Jugendarbeit.

Leitung: Jeasuthan Nageswaran (Geschäftsleitung Antidiskriminierungsbüro Mannheim e.V.) und Şüheda Erkuş (Leitung Fachbereich Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit)