Bericht zum zweiten Mannheimer Kindergipfel – 2018

„Wie sieht der perfekte Spielplatz aus, was wär‘ die Schule unsrer Träume. Wo treffen wir unsere Freunde, wie kommen wir von G nach Q?“

- so heißt es im extra für den zweiten Mannheimer Kindergipfel entwickelten Song „Ideen im Kopf“, den Rapper und Produzent Rodrigue Dang á Mira und Eva Schulz-Brüggemann von der Kulturellen Bildung, Jugendförderung der Stadt Mannheim, gemeinsam mit dem Popchor des Jugendhauses Herzogenried aufgenommen haben. Fragestellungen, denen 150 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 13 Jahren nachgingen. Gut vorbereitet kamen sie dabei zum Kindergipfel in der Kunsthalle. Denn bereits seit September arbeiteten die Mädchen und Jungen aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, aus Schulen, Hortgruppen und Jugendhäusern sowie aus Vereinen in ihrem jeweiligen Umfeld an den einzelnen Themen. Am 14. November wurde auf dem Kindergipfel in den Zukunftslaboren die Abschlusspräsentation erarbeitet, und die Kernaussagen in einem Weißbuch zusammengefasst, um diese am Nachmittag an Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und Mitglieder des Gemeinderats zu übergeben.

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„Wir Erwachsenen reden oft über euch, heute wollen wir direkt mit euch reden, eure Stimmen unmittelbar aufnehmen und hören, was ihr braucht“, so der OB, der sich auf dem Marktplatz der Kunsthalle gemeinsam mit Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb, den Vorsitzenden des Stadtjugendrings und Museumsdirektorin Dr. Ulrike Lorenz einer stattlichen Anzahl von 150 Kindern gegenübersah. Diese präsentierten ihre Ideen für die Stadt zu den Themen „Raum zum Spielen“, „Verkehr & Umwelt“, „Schulen“ und „Freizeitangebote“. Großes Thema war die Aufwertung der Schwimmbäder. „Wir wünschen uns spektakuläre Rutschen und immer offene Sprungtürme“, hieß es beispielsweise. Auch spezielle „Fun-Tage“ werden angeregt, an denen das Mitbringen von Luftmatratzen oder Spielmaterial erlaubt ist. Duschen und Toiletten sollten ordentlich sein. Das Thema der Sauberkeit tauchte auch in anderen Zusammenhängen häufig auf: „Wir wünschen uns, dass die Stadt nach dem Wochenende die Glasflaschen und -scherben vom Spielplatz entfernt“, hieß es.

Spielplätze sollten nach Vorstellung der Kinder für verschiedene Altersgruppen geeignet und barrierefrei sein. Unterschiedliche Bodenbeläge wie Sand oder Rindenmulch machen nach Auffassung der Kinder ebenso einen spannenden Spielplatz aus wie funktionierende Spielgeräte, darunter neben Rutschen auch Trampolins, Kletterwände sowie die bunte Farbgestaltung. Bunt könnten auch Mülleimer in der ganzen Stadt sein. „Damit sie den Leuten mehr auffallen und sie dort ihren Abfall entsorgen“, wurde formuliert. Eine große Gruppe von Kindern hatte sich mit dem Thema Schulen befasst. Die jungen Mannheimerinnen und Mannheimer haben aktuell den Zustand vieler Schulhöfe als verbesserungswürdig ausgemacht. „Wir brauchen dort mehr Grün, Bewegungsmöglichkeiten, Rückzugsorte, einen guten Bodenbelag“, wurde ebenso genannt wie der Wunsch nach einem Kiosk, einem Schulbäcker und einer Mensa mit verschiedenen Gerichten zur Auswahl.

„Mir hat heute besonders gut gefallen, dass ihr bei euren Vorschlägen nicht nur an euch, sondern auch an andere, an ältere oder jüngere Kinder oder Kinder mit einem Handicap gedacht hat“, lobte Oberbürgermeister Kurz die Arbeit in den Zukunftslaboren. „Wir müssen uns auch mal mit der Fragestellung befassen, wie wir eure Interessen häufiger ins Bewusstsein rücken“, stellte er zudem fest. „Eure Arbeit ist nun erst einmal getan“, so Eva Schulz-Brüggemann. Die Moderatorin informierte die Kinder darüber, dass das Weißbuch nun in die Erwachsenenrunde gehe. Denn direkt im Anschluss an den Kindergipfel trafen sich „die Erwachsenen“ an vier Thementischen, um dort die Arbeitsergebnisse der Kinder zu diskutieren. „Das Kindergipfel-Team wird auch Anfang 2019 Rückmeldung geben, was mit euren Ideen weiter passiert“, versprach Schulz-Brüggemann.

Der Kindergipfel ist ein Format der 68DEiNS! Kinder und Jugendbeteiligung in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt Mannheim und des Stadtjugendrings Mannheim e. V. Zusammen mit dem Jugendgipfel ergänzt der Kindergipfel die stadtteilbezogenen Kinder- und Jugendversammlungen. Der Kindergipfel findet alternierend zum Jugendgipfel alle vier Jahre statt und hat zum Ziel, dass Kinder demokratische Willensbildungsprozesse auf kommunaler Ebene erleben und frühzeitig erfahren, wie sie sich weiterhin in Politik und Gesellschaft einbringen können.