Kernthesen der Jugendgipfel Workshops

Zwar schreiben wir noch an der Doku, doch wollen wir euch die Kernthesen der zehn Workshops auf dem zweiten Mannheimer Jugendgipfel derweil nicht vorenthalten. Los geht’s:

  1. ZivilQRage

In Situationen, in denen andere gefährdet oder bedroht sind wegzuschauen oder bloß zu gaffen – das geht gar nicht! Möglichkeiten Zivilcourage zu zeigen gibt es viele: Öffentlichkeit schaffen, den Notruf wählen und eine Täterbeschreibung abgeben. Wichtig ist dabei aber auch immer einzuschätzen, ob die Situation für einen selbst sicher ist, denn Selbstschutz ist legitim!

  1. Gelebte Nachhaltigkeit

Jährlich werden ca. 5 Milliarden Kleidungsstücke verkauft – 2 Milliarden davon werden nie oder nur selten Jahr getragen. Die Leidtragenden dieser Entwicklung sind neben der Umwelt vor allem die Produzent*innen der Kleidung. Die negativen Auswirkungen lassen sich durch das Verändern des eigenen Konsumverhaltens minimieren: Weniger Kleidung kaufen, mehr Second Hand und Kleidertausch – am besten selbst organisiert!

  1. Öffentlicher Raum

Fakt ist – das erfahren wir auch häufig auf den 68DEINS!-Stadtteilversammlungen: Für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren gibt es zu wenig öffentliche Räume. Darum wurde im Workshop gefordert, Jugendliche dieses Alters besser in die Planung und Neugestaltung von Öffentlichen Plätzen mit einzubeziehen. Eine solche Beteiligung muss entsprechend auf Jugendliche zugeschnitten sein und auf sozialen Medien beworben werden. Freiflächengestaltung soll „multifunktional“ gedacht, die Stadtplanung also für Menschen von 8 – 88 Jahren gemacht werden.

  1. Traumschule

In der Traumschule wünschen sich die Schüler*innen die Möglichkeit einer Wahl zwischen G8 und G9 und ein nicht oder nicht nur an Noten orientiertes Bewertungssystem. Darüber hinaus werden die Vertrauenslehrer frei gewählt und zusätzlich zu diesen gibt es schulexterne Vertrauenspersonen.

  1. Reclaim your School

Die Rechte von Schüler*innen lassen sich durch die Hilfe der SMV verwirklichen. Dazu braucht es jedoch städtische Unterstützung der SMVen – z.B. durch die Jugendförderung. Durch eine starke SMV kann können die Schüler*innen mehr erreichen! Darüber hinaus gilt aber auch immer: Nutzt die Schulordnung!

  1. Das ist unser Haus

Im Workshop ging es vor allem um das Jugendhaus Erlenhof und den geplanten Jugendtreff Luzenberg. Hier wurde eine Anpassung der Öffnungszeiten, eine Verbesserung des Fußballplatzes, günstigeres Essen und Trinken und die Einrichtung eines Tanzstudios gefordert. Auch bei Personalentscheidungen wünschen sich die Jugendlichen mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung.

  1. Selbstorganisation und Mitbestimmung in Vereinen und Verbänden

Über die Organisation in Verbänden und Vereinen ist es möglich, positiv auf die Entwicklung der Gesellschaft einzuwirken und Demokratisierungsprozesse anzustoßen. Dieses ehrenamtliche Engagement muss aber gefördert und anerkannt werden, z.B. durch Anerkennung der Qualifikationen aus dem Ehrenamt oder durch Kampagnen für ehrenamtliche Arbeit.

  1. Rechten Sprüchen widersprechen

Gegen diskriminierendes Verhalten und Sprache an Schulen hilft Argumentationstraining. Wichtig ist, hier auch die Lehrkräfte mit ins Boot zu holen und Fortbildungen anzubieten. Darüber hinaus sind Angebote in der offenen Jugendarbeit wünschenswert.

  1. Voran in die Zukunft

Im Workshop wurden kreative Modelle erarbeitet, die ein mobileres und grüneres Mannheim der Zukunft darstellen. Dieses zukünftige Mannheim ist stärker vernetzt, grüner, sicherer und nutzt umweltfreundliche, lokale Methoden der Energiegewinnung.

  1. Stadtentwicklung und BUGA 2023

Treffpunkte für Jugendliche auf dem künftigen Gelände der Bundesgartenschau sind aus Sicht der Teilnehmer*innen wichtig, so z.B. die U-Halle. Auch Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sollen nicht zu kurz kommen. Auch hier spielt Mobilität eine wichtige Rolle: Ideen waren neben einer Buslinie, einer Nextbikestation sogar eine Seilbahn zwischen den Parks. Generell ist es wichtig Jugendliche in den Planungsprozess mit einzubeziehen; so erfahren sie Selbstwirksamkeit und sehen, dass man als Jugendlicher etwas in der Stadt bewegen kann.